Übergewicht
Übergewicht bedeutet, dass der Körper eines Menschen einen zu hohen Anteil an Fettgewebe aufweist. Eine häufig verwendete Richtgröße, um dies einzuschätzen, ist der Body-Mass-Index (BMI).
Gemäß der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine erwachsene Person Übergewicht, wenn ihr BMI bei 25 oder höher liegt. Ab einem BMI von 30 spricht man von einer Adipositas. Diese über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts sieht die Deutsche Adipositas-Gesellschaft als Erkrankung an. Unterschieden werden mehrere Schweregrade.
Auch das Gewicht von Kindern und Jugendlichen wird mithilfe des BMI beurteilt. Bei ihnen verändert sich durch Entwicklungsschübe das Verhältnis der Körpermasse zur Körpergröße jedoch ständig. Daher wird es zusätzlich in Wachstumskurven eingeordnet, die den alters- und geschlechtstypischen BMI-Verlauf abbilden. Als übergewichtig gelten Kinder und Jugendliche, wenn 90 Prozent der Mädchen oder Jungen im gleichen Alter einen niedrigeren Wert aufweisen. Ist der BMI höher als bei 97 Prozent aller Gleichaltrigen mit demselben Geschlecht, besteht eine Adipositas.
Übergewicht bedeutet nicht automatisch, dass Betroffene abnehmen sollten. Neben der Menge an Körperfett spielt vor allem auch seine Verteilung eine Rolle. Als eher harmlos gilt Fett an Hüfte und Gesäß. Sitzt es dagegen vorwiegend an Taille und Bauch, ist Übergewicht ein großes Gesundheitsrisiko. Bauchbetontes Übergewicht fördert beispielsweise die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eines Diabetes.
Allein das Gewicht lässt zudem keine Aussagen darüber zu, ob ein Mensch an einer Essstörung leidet. Übergewicht kann zwar Begleiterscheinung insbesondere der Binge-Eating-Störung sein. Meist liegen ihm jedoch andere Ursachen zugrunde, zum Beispiel Bewegungsmangel oder falsche Ernährung. Auch die individuelle Veranlagung ist ein wichtiger Einflussfaktor.
Für eine erste Einschätzung kann der BMI-Rechner für Erwachsene bzw. der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche herangezogen werden. Bei Übergewicht sollte die Beurteilung durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen.
